13. Juni 2019 Isabel Eger

Erholungsbeihilfen als Unterstützung für Arbeitnehmer

Urlaubszeit: Alle wollen in die Ferien und viele freuen sich aufs Urlaubsgeld. Nicht jeder bekommt es, aber wer eine solche Sonderzahlung erhält, wundert sich oft, dass nach Steuern nicht viel davon übrig bleibt. Zahlt ein Arbeitgeber Erholungsbeihilfe statt Urlaubsgeld, sieht das anders aus. Erholungsbeihilfen sind Zuschüsse des Arbeitgebers in Form von Bar- oder Sachbezügen zu den Erholungskosten des Arbeitnehmers. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten:

Erholungsbeihilfen als steuerfreie Unterstützung

Erholungsbeihilfen sind als Unterstützung bis zu 600 € steuerfrei, wenn sich der Arbeitnehmer z. B. zur Wiederherstellung seiner Arbeitsfähigkeit einer Kur unterziehen muss und die für die Steuerfreiheit von Unterstützungen allgemein geforderten Voraussetzungen (Beteiligung des Betriebsrates, Arbeitnehmer ist wirtschaftlich belastet usw.) erfüllt sind.

Erholungsbeihilfen bei typischen Berufskrankheiten

Erholungsbeihilfen, die der Abwendung drohender oder bereits eingetretener Gesundheitsschäden bei typischen Berufskrankheiten dienen, sind steuerfrei.

Es muss jedoch sichergestellt sein, dass die Erholungsbeihilfe tatsächlich zu dem gedachten Zweck verwendet wird. Das wird meist nur sichergestellt, wenn die Erholungsbeihilfe direkt an das Sanatorium bzw. Erholungsheim des Arbeitnehmers gezahlt wird. Typische Berufskrankheiten sind nur solche Erkrankungen die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Beruf stehen und für die betreffende Berufsart typisch sind (z. B. Staublunge, Bleivergiftung, vgl. BFH-Urteil vom 14.1.1954, BStBl. III S. 86).

Dies gilt auch, wenn ein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Beruf eindeutig feststeht, notfalls ist ein Sachverständigengutachten einzuholen.

Steuerpflichtige Erholungsbeihilfen

In allen anderen Fällen, insbesondere bei Erholungsreisen oder Erholungsaufenthalten zur Kräftigung oder Erhaltung der Gesundheit im Allgemeinen, handelt es sich um steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Steuerpflichtige Erholungsbeihilfen können mit einem festen Pauschsteuersatz von 25 % pauschal vom Arbeitgeber versteuert werden. Ein besonderer Antrag des Arbeitgebers beim Finanzamt ist hierfür nicht erforderlich. Zusätzlich zur Lohnsteuer fällt der Solidaritätszuschlag an, der 5,5% der pauschalen Lohnsteuer beträgt. Außerdem muss der Arbeitgeber die pauschale Kirchensteuer zahlen.

Erholungsbeihilfen können nur dann mit 25% pauschal versteuert werden, wenn folgende Grenzen pro Kalenderjahr eingehalten sind:

156 € für den einzelnen Arbeitnehmer
104 € für dessen Ehegatten / eingetragenen Lebenspartner
52 € für jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht

Die mit dem festen Pauschsteuersatz von 25 % besteuerten Erholungsbeihilfen sind beitragsfrei in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenver­sicherung.

Eine Gehaltsumwandlung von zusätzlich gezahltem Urlaubs- oder Weihnachtsgeld ist – auch sozialversicherungsrechtlich – zulässig (soweit keine arbeits- und tarifrechtlichen Bestimmungen dagegenstehen und eine schriftliche Vereinbarung über den Gehaltsverzicht abgeschlossen wird).

Zusätzlich muss in jedem Fall sichergestellt und dokumentiert sein, dass die Erholungsbeihilfe auch tatsächlich für Erholungszwecke verwendet wird. Davon kann ausgegangen werden, wenn die Erholungsbeihilfe in zeitlichem Zusammenhang mit der Erholungsmaßnahme (Urlaub) gewährt wird. Der zeitliche Zusammenhang ist dann gewahrt, wenn die Erholungsmaßnahme innerhalb von drei Monaten vor oder nach der Auszahlung der Erholungsbeihilfe angetreten wird; dabei kann der Urlaub auch zu Hause verbracht werden.

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