24. April 2019 Isabel Eger

9 Tipps, wie Sie mit dem Jahresabschluss das Rating der Banken verbessern

Viele mittelständische Unternehmen beschäftigen sich aktuell mit der Erstellung des Jahresabschlusses für das vergangene Geschäftsjahr. Auch wenn der Jahresabschluss immer eine Betrachtung der Vergangenheit ist, hat er doch wesentlichen Einfluss auf zukünftige unternehmerische Entscheidungen und auch auf die Beurteilung der Bonität des Unternehmens durch die Banken für mögliche Kreditentscheidungen.

Da der Jahresabschluss auch Grundlage für die Höhe der Unternehmenssteuern ist, versuchen viele Unternehmer nach wie vor, möglichst niedrige Ergebnisse auszuweisen und damit die Steuerlast zu senken. Dies ist aber sehr einseitig gedacht, denn geringe Jahresergebnisse zeugen für den Leser des Jahresabschlusses von einer Ertragsschwäche und möglicherweise auch von einer unzureichenden Kapitaldienstfähigkeit (d.h., die Fähigkeit, Zins- und Tilgungsleistungen aus Kreditverpflichtungen zuverlässig zurück zu führen).

Was bedeutet Rating ?

Mit dem Rating wird die Bonität des Kreditnehmers gemessen. Es dient der Bank dazu, die Kreditentscheidung vorzubereiten und zu unterstützen und darüber hinaus risikogerechte Konditionen zu ermitteln. Auch die gesetzlich vorgegebenen Eigenkapitalanforderungen, denen die Kreditinstitute aufgrund ihrer besonderen volkswirtschaftlichen Stellung unterliegen, hängen bei vielen Kreditinstituten von den Rating-Noten des Kunden ab. Am Rating führt daher kein Weg vorbei.

Die Rolle des Jahresabschlusses für das Rating

Aus der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung können wesentliche harte Faktoren für das Rating abgeleitet werden. Die Ermittlung der quantitativen Kennziffern erfolgt somit direkt aus den eingereichten Jahresabschlüssen. Hierzu zählen Kennziffern zur Vermögens- und Ertragslage und deren Entwicklung. Für die Bank ist es zudem wichtig, die Liquidität (Cashflow) eines Unternehmens oder eines Investitionsprojektes zu kennen.

9 Tipps für den Jahresabschluss, um das Rating zu verbessern

  1. Erstellen Sie die Jahresabschlüsse zeitnah und legen Sie diese vollständig den Instituten vor.
  2. Jahresabschlüsse sollten einen Erstellungsvermerk eines Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers haben.
  3. Beziehen Sie im Anhang oder in einem gesonderten Bericht Stellung zu wesentlichen oder auch außergewöhnlichen Positionen im Jahresabschluss.
  4. Erläutern Sie auch die zukünftige Entwicklung des Unternehmens, ggf. mittels einer gesonderten Unternehmensplanung.
  5. Achten Sie auf eine ausreichende Eigenkapitalausstattung ggf. durch Einlagen noch vor dem Bilanzstichtag.
  6. Nutzen Sie alternative Finanzierungsinstrumente wie Leasing oder Factoring.
  7. Achten sie darauf, die Bilanzsumme nicht unnötig zu erhöhen und damit die rechnerische Eigenkapitalquote zu verschlechtern.
  8. Stellen Sie ihr Unternehmen nicht schlechter dar, als es ist, nur um möglichst wenig Steuern zu zahlen.
  9. Trennen Sie Jahresabschlüsse in eine Handels- und Steuerbilanz.

Sprechen Sie mit Ihrer Bank!

Der Kommunikationsbedarf zwischen Bank und Kunde zum Thema Rating ist sehr hoch. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, gibt es für die Kreditwirtschaft eine Selbstverpflichtung, wobei Kunden Anspruch auf Auskunft über das Rating Ihres Unternehmens erhalten sollen.

Regelmäßige Gespräche können dazu dienen, den Informationsaustausch zwischen Ihnen und der Bank zu verbessern. So wie die Bank erwartet, dass Sie aktiv und nachvollziehbar informieren, können Sie erwarten, dass Ihre Bank Ihnen plausibel begründet, wie Ihr Rating-Ergebnis zustande kommt. Es ist wichtig zu wissen, welche Kennzahlen das Rating am stärksten beeinflussen. Auf diese Kennzahlen können Sie bereits unterjährig, zum Bilanzstichtag oder im Rahmen der Abschlusserstellung oft noch erheblichen Einfluss ausüben.

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Ihre Ansprechpartner bei ADVA BERATER zum Thema Rating und Jahresabschluss:
Steuerberaterin Susan Lösch, Steuerberaterin Susanne Vodova, Steuerberater Karsten Lorenz

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